Zui Bai Chi

Der fünfte, noch fehlende klassische Garten Shanghais auf unserer Liste war der Zui Bai Chi in Songjiang, was man mit “Teich des Trunkenen Bai” übersetzen kann.
Das hat aber nichts mit übermäßigen Konsum von Alkohol zu tun, wie man nun versucht ist zu denken, sondern damit, dass einer der späteren Besitzer, Gu Da Shen, sich gleichsam berauscht fühlte von den Gedichten des von ihm sehr verehrten Poeten Bai Ju Yi (772 – 846) und diesem damit ein Denkmal setzen wollte.

Das ist der Crane Pavilion, der noch im äußeren Teil des Gartens liegt.

Der Park selbst besteht aus zwei Bereichen, die mit dieser Mauer voneinander abgetrennt sind:
Dem äußeren, größeren Teil, gut 60 Jahre alt (auf dem folgenden Plan die linken beiden Drittel etwa; ganz links ist auch der Eingang), und dem inneren, historischen Garten mit dem namensgebenden Teich (das rechte Drittel mit dem vielen Sehenswürdigkeiten).

Die Ursprünge des historischen Gartens liegen etwas im Dunkeln, er geht auf einen namentlich bekannten Besitzer in der Song Dynastie zurück, in der späteren Ming Dynastie, also um 1600 etwa, wurde er von seinem damaligen Besitzer erweitert.

Gleich im Eingangsbereich hingen diese hübschen bunten Schirme vom Titelbild, und dort hatten es sich die beiden Go-Spieler im Schatten gemütlich gemacht. Martin war wieder einmal mit seinem Lensball unterwegs, der sofort das Interesse anderer Fotografen weckte.

Jeder dieser fünf Parks hat ja so seine ganz eigenen Features, die ihn von den anderen unterscheiden. Im Fall des Zui Bai Chi sind es die verrückten Durchgänge in allen möglichen Formen.

Wir waren froh, dass wir uns am Eingang die Zeit genommen hatten nach einem Gartenplan zu suchen, denn wie man oben am Foto sehen kann, gibt es wirklich jede Menge zu entdecken in diesem 5 ha großen Park. Einiges davon hat uns vor allem wegen der recht speziellen Namen neugierig gemacht und wir sind auf die Suche gegangen…

Ohne den Plan hätten uns solche Steinmosaike mit Sicherheit gewundert, aber nachdem wir wussten, dass es in dem folgenden Gartenteil zur Deer Appreciation Hall geht, war ja an sich alles klar…
In einem gegenüberliegenden Gebäudetrakt dann dieser Stein mit dem wunderschönen Namen Nine of Ten Deer Turning Round.

Ich habe in einem Artikel die folgende Erklärung dazu gefunden: Der Stein symbolisiere das Heimweh derer, die ihre Heimat Songjiang verlassen haben. Sind wohl dann die Neun die zurückschauen, oder?!

Mein absolutes Lieblingsbild, der Crane Pavilion mit der zentralen Brücke im Vordergrund.

In unserer privaten Hitliste liegt der Zui Bai Chi sicher an zweiter Stelle nach dem Gu Yi Yuan.
Für mich persönlich auf Nummer 3 der Qu Shui Yuan in Qingpu.