Jahresabschluss

Der Mond über Pudong am eisigen 23. Januar.

Das Jahr des Schafs ist gleich vorbei, am 8. Februar ist Chinese New Year, überall wird eifrig dekoriert und gepackt, und die wichtigste Frage ist: Wann geht der große Aufbruch los…?

Anders als bei uns, wo man sich nach Weihnachten und Neujahr erst wieder etwas einfinden muss, geht es in China im Januar immer sehr geschäftig zu, denn alles, aber auch alles muss noch vor Chinese New Year erledigt werden. Dann ist nämlich erstmal Stillstand. Zu dieser offiziellen arbeitsfreien Woche nehmen die meisten ja noch Teile ihres Jahresurlaubs oder auch den kompletten Urlaub, um nach Hause (wo auch immer das sein mag) zu fahren. Als wir nach Harbin geflogen sind, waren schon Massen von Familien unterwegs, das war ganz deutlich zu sehen, dass die Reisewelle schon angefangen hatte. Die staatlich festgelegten Ferien sind diesmal vom 7. – 13. Februar, am 6. und am 14. ist dafür offiziell Arbeitstag, denn der Staat schenkt seinem Volk immer nur drei freie Tage. Der Rest wird je nach Bedarf freigenommen.

Trommelcombo

Auch bei uns privat war der Januar wieder extrem betriebsam.
Alle Firmen haben im Januar ihr übliches Annual Dinner, bei uns war es am 20. Januar und ich durfte auch wieder mit. Martin musste diesmal nicht mit Äffchenmütze (passend zum nächsten Tierzeichen) tanzen, sondern nur mit Indianerkopfschmuck Gitarre spielen. Ging ja noch. Dann kamen Geschäftsleitung und noch einige andere Besucher aus München, Martins neuer Kollege hat angefangen – viele, viele Besprechungen und lange Tage, die erst nach den obligatorischen Abendessen zu Ende waren.

Eingefrorene Pomelos

Eingefrorene Pomelos in einem der vielen Lakeside-Kanäle.

Ab dem Abend des Annual Dinner ist auch die große Kältewelle über uns hereingebrochen, da hat es zum ersten Mal geschneit; insgesamt hatten wir dreimal längere Schneefälle und ein paar Tage lang waren sogar alle unsere Kanäle und Teiche und teilweise auch der große Lakeside-See richtig ordentlich zugefroren.

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Kumquat im Eis, aufgenommen in meinem Garten. Der hoffentlich letzte Wintereinbruch in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar.

Wenn nahezu ganz China anfängt zu reisen, ist es natürlich besonders ungünstig, wenn Eis und Schnee die Verkehrsmittel lahmlegen und auch längst nicht mehr genug Leute da sind, um mögliche Folgen schnell zu beheben! Die Schäden an den Wasserrohren haben uns noch bis gestern auf Trab gehalten mit täglichen (unangekündigten) Wassersperrungen.

Sonst noch was?
Am 30. Januar hatte Jonas den ersten Ball seiner noch sehr jungen Tanzkarriere, Abschlussball passt nicht richtig, denn sie tanzen nach CNY weiter, das große Ziel ist der Wiener Ball hier im Juni.

Jonas & Annika

Jonas mit seiner Mitschülerin Annika

Gestern habe ich noch die ayi entlassen bevor sie zu ihrem CNY aufgebrochen ist, na, das ist eine längere Geschichte, sagen wir mal so, wir haben uns auseinandergelebt, sind aber ohne großes Trara auseinandergegangen. Eine neue ayi hatte ich mir zuvor auch schon angeheuert, die kommt aber selbstverständlich auch erst nach CNY.
CNY, der klassische Zeitpunkt für Jobwechsel. Man bekommt noch seinen Hongbao (ihr wisst doch noch, den roten Geldumschlag) und kündigt dann. Oder wird gekündigt.

ayi Roller

Nur ihr Roller steht während Chinese New Year noch vor dem Haus…

Martin und ich steigen morgen auch in den Flieger und die beiden jungen Herren genießen zum zweiten Mal in so kurzer Zeit die ganz große Freiheit. Einer lernt ja hoffentlich für’s Abitur!
Am 16. Februar geht es los. Mit Deutsch.