Hongkou

Abendstimmung mit Vogelschwarm als wir gegen Halb Sechs aus der Metro kamen.

Am Samstag sind wir mit unserer Linie 10 ganz weit nach Hongkou “hinüber” gefahren, Neuland quasi, ein einziges Mal waren wir schon mal dort drüben beim legendären Schlachthof von 1933. Das war an einem eiskalten Wintertag, müsste ich direkt nachschauen, 2015 wahrscheinlich.

Wir sind zuerst nördlich der “roten Nadel” gewesen und danach bis hinunter zur grünen gelaufen, zum International Cruise Terminal.

Diesmal war es ein angenehm warmer Sommerabend, nicht mehr so heiß, und kaum raus aus der Metro, standen wir an einer langen Rotphase an der Kreuzung oben im Bild und haben dem Vogelschwarm bei seinen Manövern zugesehen.

Gleich eine der ersten Straßenszenen fand ich so hübsch; an sich wollte ich nur die Blumen fotografieren, dann hat mich Martin auf die alte Dame aufmerksam gemacht, die da zur Tür nebenan herausgespitzt hat. Ich bin danach noch zu ihr hin und habe ein paar Worte mit ihr gewechselt über das Pflanzenarrangement, was mir ein nicht im Bild festgehaltenes strahlendes Lächeln eingebracht hat.

Der ursprüngliche Schlachthof, unser eigentliches Ziel, wäre auf direktem Weg von der kleinen Brücke aus nach Links gelegen, aber weil uns diese Ecke so gefallen hat, sind wir dort zunächst hängengeblieben und noch einmal um den Block gelaufen.

Ein unerwarteter Blick auf die Skyline von Pudong im Hintergrund und dazu schöne Spiegelungen im Vordergrund – allein nach den ersten zehn Minuten fanden wir diesen Ausflug schon lohnenswert!
Als uns ein alter Mann im gestreiften Pyjama und Hausschlappen entgegenkam, hat es uns natürlich beide gereizt, aber so unverschämt kann man die Leute auch nicht abknipsen. Doch ein paar Meter weiter haben wir festgestellt, dass der hier keineswegs alleine war, sondern dass sich vom Krankenhaus etwas weiter die Straße runter ganze Trupps von ähnlich gewandeten älteren Herrschaften auf den Abendspaziergang machten:

Wo der Dogman ist, ist Stan Cattery nicht weit!
Nachdem die süßen Hündchen (Und ein im Schaufenster angebundenes geschorenes Alpaka! Ohne Witz!) genug fotografiert waren, haben sich die Drei hier eifrigen Schrittes aufgemacht in Richtung Brückchen, von dem wir gerade herkamen.

Die ganze Ecke hier ist schon ganz schön gentrifiziert, ich meine Dogman, Cattery – hallo!? Und auf dem kleinen Wegstück zwischen dieser Brücke und der nächsten gibt es schon drei Cafés (schöne Cafés, beim nächsten Mal dann!)…
Was diese Häuserzeile durch die wir anschließend kamen erwartet, kann man sich daher also auch in etwa vorstellen:

In den Schlachthof, der eine Mischung aus Kunstateliers, Kneipen, Läden, Designstudios, ein Theater, ein Kino usw. beherbergt, gehen wir bestimmt noch einmal, der ist so futuristisch und verwinkelt, so Beton und so instagrammable, dass man bei einem kurzen Besuch gar nicht so viel aufnehmen kann.

Anschließend an den Schlachthof-Abstecher hatten wir nämlich schon eine Reservierung für ein Restaurant in einem der neuen Zentren um das Cruise Terminal herum, also sind wir dann nach einer Weile wieder aufgebrochen. Waren aber sicher nicht das letzte Mal dort!

Nach dem Essen haben wir auch tatsächlich noch den perfekten Platz zum Drohne-Fliegen gefunden. Man darf immer nicht direkt an den Hotspots starten oder landen, da kriegt man nur Ärger wie wir ja schon wissen, besser ist es zwei Blocks dahinter.
Also saßen wir dann gemütlich auf Bänken an einer großen Straßenkreuzung (noch etwas in Verlängerung der linken unteren Bildecke) und es hat niemanden interessiert was Martin da macht…!

Toll, oder?
Der Magnolia-Tower, wie schon öfter erwähnt mein Lieblingsturm, hier einmal von Hinten bzw. im Titelbild schräg aufgenommen. Das ganz große Kino spielt sich nur auf der dem Wasser zugewandten Seite ab.