Gansu (III)

Zhangye war die letzte Station unserer Reise.
Dort hatten wir auf Anraten einer Bekannten zwei Übernachtungen in einem “Jurten-Hotel” gebucht, da dies direkt neben bzw. quasi schon in den Dan Xia Rainbow Mountains lag und man auf diesem “Hotelgelände” auch mit der Drohne fliegen darf. Vom Park aus darf man nämlich nicht starten.

Hier die Morgenstimmung über den Rainbow Mountains mit dem Zeltdorf rechts am Rand, von Martin mit der Drohne eingefangen.
Über das Jurten-Hotel gibt es nichts zu sagen, außer dass es dort während unserer zwei Nächte sehr lange sehr laut war, so dass wir in der zweiten Nacht beide unisono vom Bett aus in Richtung Nachbarzelt gebrüllt haben, nachdem das vorherige Bitten um Ruhe nichts geholfen hatte.
Das war “Camping statt Glamping”. Aber was tut man nicht für schöne Drohnenaufnahmen?!

Die vermeintliche Einsamkeit hier trügt, es war recht voll, und nicht nur die gestreiften Berge waren ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch wir beide! Immer wieder wurden wir gefragt, ob man sich mit uns fotografieren dürfe; einmal wurde ich sogar beim Fotografiert-Werden mit einer super elegant angezogenen etwa gleichaltrigen Dame (ich verschwitzt mit Aussie-Hut und kurzer Trekkinghose) gefilmt und befragt wie ich denn das Leben in China so fände…

Ein bisschen revanchieren fürs viele Fotografiert-Werden darf mich mich dann aber auch… Ist das nicht großartig mit dem Streifendesign vor ebensolcher Landschaft?

An dem Abend haben wir dann unsere Rolle für die nächsten Tage als “Botschafter zur Völkerverständigung” angenommen.
Ich bin normalerweise da immer eher genervt, aber Martin hat ja wie so oft recht: Wenn die mit mir Chinesisch reden, mit uns ihre Fotos machen wollen und dürfen, dann ist das ein gutes Zeichen. Sie haben keine Angst vor den “virenversprühenden Ausländern” und verbreiten anschließend in ihrem gesamten Freundeskreis, dass sie diese in Shanghai lebenden Deutschen getroffen hätten, die so nett waren. Und die Frau hat ja so toll Chinesisch gesprochen!! 😉

Diese Aufnahmen sind alle vom Sonntag, am Spätnachmittag und Abend: Wie alle wollten wir natürlich den Sonnenuntergang an der spektakulärsten Landschaftsformation, der “Plattform #4”, sehen:

Die Menschenmengen wären ja noch das kleinere Übel gewesen, aber massiv genervt haben uns die Heißluftballons.
Was, werdet ihr jetzt sagen, die schauen doch so romantisch aus im letzten Abendlicht über den bunten Bergen? Ja, schon, aber nur von weitem!

Hier das berühmteste Motiv in diesem Teil des Geoparks von Martin nach dem Sonnenuntergang aufgenommen, als die Szenerie wieder unverdorben war…

So wie in meinem Bildern hier unten hat sich das Ganze leider vorher präsentiert, mit “lustigen” Kraken und Clowns!
Man muss sich das so vorstellen: Man fährt in Shuttlebussen durch ein weitläufiges Gelände, zu Fuß gehen darf man gar nicht, man beeilt sich, damit das Timing stimmt und man zur richtigen Zeit am Top Hotspot ist – und dann versaut einem so was die Bilder…!

Also nichts wie zurück mit dem nächsten Bus zur ersten Plattform, um dort Sonnenuntergang-Bilder zu machen (das hier unten ist wieder von Martin), und anschließend noch einmal zur Plattform #4 zurück, an der zwar immer noch enorme Menschenmengen, aber die lächerlichen Ballons zumindest verschwunden waren.

Zum Abschluss noch ein kleines Video von Martin!
Im nächsten Post geht es dann in eine ganz andere Landschaftsformation, und um meinem Lieblingstag dieser 6-Tage-Reise.