Chengdu I (2018)

Wir waren mittlerweile zweimal in Chengdu, einmal vor Weihnachten 2018, da hatte ich schon einige Pandafotos vom Ausflug am Sonntag gepostet, aber zu recht viel mehr bin ich leider nicht gekommen.
Das zweite Mal war Anfang Januar, als letzte Station unserer Winterreise Seoul – Peking – Chengdu; beide Male konnten wir in der Nähe liegende Weltkulturerbestätten anschauen.
Aber zuerst zur Stadt selbst!

Chengdu ist bestimmt eine tolle Stadt, vielleicht nicht gerade im Winter, wenn es monatelang Smog wegen der geographischen Lage im Sichuanbecken hat. Es war auch beide Male für unser Verständnis sehr grau und sehr “diesig”, doch die Leute meinten, ach, das seien an sich noch ganz gute Verhältnisse, das gäbe es viel schlimmer.

Chengdu hat ungefähr 14 Millionen Einwohner und ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Westchina.
Bekannt sind die Stadt und die Provinz für ihre Pandas, das scharfe Sichuan-Essen mit vielen Chilis und dem gleichnamigen Pfeffer, den man in der Schreibweise Szechuanpfeffer auch in Deutschland kennt…

… die Hotpots/ eine Art furchtbar scharfer, öliger Fondues mit unfassbaren Zutaten, die man hineintun kann (oder auch nicht), die Teehäuser und auch die Sichuan-Oper mit ihren Maskentänzern.

2018 hatte ich den Freitagnachmittag frei, den ich in den Kuanzhai Xiangzi verbummelt habe, was man mit „Weite und Enge Gassen“ übersetzen kann.

Ein Besuchermagnet, bisschen was Historisches, viel Neues, aber ganz gut gemacht in altem Look in zwei parallel angelegten Fußgängergassen, die durch zahlreiche Innenhöfe und Durchgänge miteinander verbunden sind.

Überall gibt es was zu schauen und was zu essen – letzteres mit am Wichtigsten für die einheimischen Besucher.

Martin konnte nun im Januar abends auch mit, aber davon gibt es keine Fotos. Es war auch diesmal wieder recht voll, wir haben draußen an einem Snackstand zum ersten Mal die lokalen Dan Dan Mian gegessen (insgesamt glaube ich dann dreimal in den fünf Tagen 2020). Lange Nudeln mit scharfem, öligem Topping aus eingelegtem Gemüse und etwas Hackfleisch. Eigentlich ganz gut, aber auf Dauer vertrage ich das Essen dort nicht, die Schärfe ginge ja noch, aber viel zu viel Öl.

Dieses Fotos des “Face Changers” (sie wechseln mit blitzschneller Geschwindigkeit und nahezu unsichtbar zigmal hintereinander die Masken) und das folgende Foto der Tänzerin hat Martin gemacht.

Beim ersten Besuch Chengdus hatten wir für den zweiten Abend einen typischen Folkloreabend mit Sichuanoper und Hot Pot in einem traditionellen Viertel gebucht.

Man sitzt dort an Tischen mit eingebauten Fondue-Vorrichtungen, die alle um eine zentrale Bühne angeordnet sind und kann somit zwei der Highlights Chengdus auf einmal “abhaken”…

Die Tanzperformance war dem Hot Pot an Qualität weit überlegen, allerdings muss man auch erwähnen, dass wir die milde Variante des Hotpots nicht mit der ölig-roten scharfen Sauce gewählt hatten, und das war dann tatsächlich eine recht fade Geschichte. Zumal wir auch nicht die besonders exquisiten Zutaten bestellt hatten…

Welches Schmankerl darf’s denn heute sein…?

Die Sichuanesen sind da wohl sowieso hart im Nehmen, als große Delikatesse gilt auch der Hasenkopf aus dem man anscheinend das Hirn rauslöffelt, Fotobeweise habe ich dafür allerdings nicht, aber angeschrieben habe ich es dieses Jahr gesehen an einem Snackstand.

Ein weiteres sehr typisches Feature von Chengdu scheint das professionelle Ohrenputzen zu sein. Sowohl an meinem ersten Nachmittag als am Hot Pot-Abend und auch dieses Jahr wieder konnten wir beobachten wie Fachpersonal mit “Grubenlampen” und langen Piekern da ans Eingemachte geht.

Martin meint gerade, dass er das ja schon gerne mal ausprobiert hätte, teuer ist es nicht, startet mit 30 RMB (ca. 3,90 €). Wir haben aber darauf verzichtet, ebenso wie auf den Ankauf ganz spezieller Souvenirs, die beim deutschen Zoll sicher auf großes Hallo gestoßen wären…

Der Künstler verspricht, innerhalb von 3 Minuten jedes gewünschte Portrait auf das Porzellan zu zaubern!

Wir haben noch einiges mehr in und außerhalb von Chengdu gesehen, Fortsetzungen folgen!