AUS Great Ocean Road I

Great Ocean Road.
Was 1919 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für 3.000 Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg begann, hat sich zu einer der Scenic Routes in Australien mit einem beinahe schon magischen Klang entwickelt, zieht jedes Jahr etwa 8 Millionen Besucher an und ist inzwischen auf der Australian National Heritage List.

So viel Trara um 250 Kilometer Küstenstraße….?!
Ich muss sagen, das mit der GOR war in unserem Fall ein bisschen unglücklich, denn nach Verlassen Melbournes war auf der Fahrt nach Westen leider Schluss mit dem warmen Sommerwetter.

Split Point

Eine berühmte Küstenstraße im Hochsommer gut eingepackt bei starkem Wind und tageweise Nieselregen bei 14 Grad entlangzufahren, sich mit Heerscharen von (chinesischen) Touristen an den ganzen wichtigen Fotomotiven anzustellen – naja, das beeinflusst meinen Enthusiasmus dann doch.

Das Ferienhaus in Apollo Bay.

Von Melbourne aus hatten wir zu unserem Domizil für die letzten drei Nächte in der Apollo Bay nur knappe 200 Kilometer zu fahren.
Den Zwischenstopp an der Great Ocean Road Chocolaterie haben wir spontan eingelegt, an sich nur um einen Kaffee zu trinken. War aber auch sehr gut geeignet, um sich mit Mitbringseln einzudecken.

Wer weiß NICHT, was Oompa Loompas sind…?

An sich hatten wir damit gerechnet, uns in diesen letzten Reisetagen auch mal in die Wellen zu stürzen.
Nichts lag uns ferner.
Dafür gab es dann einfach andere Höhepunkte…

Tatsächlich war das Eis viel zu kalt für den Tag. Und sowieso zu viel für die Figur.
Zudem Hirnfrost. Aber gut war’s schon.

Der Kennett River Walk auf halber Fahrstrecke ist quasi ein Muss, der steht in allen Broschüren und im Netz, denn im Wald dort sollen Koalas in freier Wildbahn zu besichtigen sein.
Also haben wir auf dem verschlammten Parkplatz unser Auto noch irgendwo hingequetscht und sind einfach mal allen anderen nach, von der Küstenstraße weg bergauf.
Und weiter bergauf. Immer weiter.

Vorbei an allen anderen Touristen in der ersten großen Kurve, die dort ein, zwei Koalas kaum sichtbar ganz weit oben in den Wipfeln beobachtet haben. Pah! Wir würden die sein, die die extra mile gehen, um die Koalas wirklich zu erspähen, abseits vom Gedränge, irgendwo versteckt, nur mit vollem Einsatz aufzuspüren, aber dafür ganz, ganz nah und nur für uns.

So viel wir auch gegangen sind und über den Weg stolpernd die Bäume gescannt haben, es tat sich nicht viel.
Eigentlich nichts.

Kurz vor dem Aufgeben doch noch eine Sichtung!
Und was für eine! Gut zu erkennen: seine zwei Daumen, mit denen er prima klettern kann.
Foto von Martin.

Irgendwo weit weg in den Baumwipfeln dann mal wieder dunklere Klumpen, kein Zoom hätte dafür gereicht. Nicht besser als die in der Kurve weiter unten.
Mittlerweile war es schon nach 17 Uhr, vor dem Einchecken im Selbstversorger-Ferienhaus mussten wir noch zu einem Supermarkt fahren, um uns für die nächsten Tage mit Proviant zu versorgen, also sind wir nach einer Stunde oder so recht enttäuscht umgekehrt.
Um wieder bis zur großen Kurve zu kommen.
Und siehe da, von drei Koalas in den Wipfeln fing einer an den Baum herunter- und wieder hinaufzukrabbeln, irgenwie schien er sich unwohl zu fühlen, wirkte unschlüssig was er nun tun sollte…
Ich hab einfach mal draufgehalten mit dem Handy und auf Verdacht ein paar Videos gemacht.

Margrit Sielmann Amelunxen präsentiert:

Koalas in ihrem natürlichen Habitat