AUS Great Ocean Road II

Landschaft am Cape Otway

Nachdem wir am Ankunftstag ja ordentlich lang unterwegs waren, wollten wir es am ersten Tag an der GOR etwas ruhiger angehen lassen und hatten vor allem das Cape Otway mit dem historischen Leuchtturm und der ehemaligen Signalstation auf der To-Do-Liste.

Ghost Gum Trees vor blauem Himmel.

Vormittags sind wir erst noch in das nächste Infocenter, um uns Material und Tipps zu holen, bei einer ganz strengen Aborigine, die uns fürchterlich an die Sachbearbeiterin (die Schnecke) in Monster AG erinnert hat und uns in energischem Ton beschied, was wir denn hier so alles anzusehen hätten…

Mit Karten, Tipps für die nächsten drei Tage und sogar Tickets für einen Tree Top Walk am selbigen Tag bewaffnet sind wir losgezogen Richtung Cape Otway. Stürmischer Wind, aber immerhin Sonne und blauer Himmel, Surfer-, aber kein Badewetter an einer rauen Küste, die ein Schiffswrack nach dem anderen auf der Karte aufweist.

Die Kapuze musste man gut festhalten da oben auf dem Leuchtturm.

Abends wurde das Wetter dann immer unwirtlicher, Nieselregen kam auf, der Himmel war völlig bedeckt und komplett ungeeignet für Milchstraßen-Fotografie (Martin musste aber natürlich trotzdem aufstehen und das nachprüfen…).

Über die Gibson Steps hinunter zum Strand – das erste Ziel, was uns die Dame in der Touri-Info energisch angekringelt hatte auf der Karte.

Der lange Trip mit den berühmtesten der berühmten Sehenswürdigkeiten entlang der GOR fand dann am nächsten Tag bei denkbar un-sommerlichstem Wetter statt.
Wenn ich mir die Fotos jetzt so anschaue, dann haben die schon was, sieht alles sehr rau und einsam aus. Rau war es schon und teils auch echt kalt bei 14 Grad und dem starken Wind.
Einsam eher nicht.

In großer Anzahl am Strand vom Foto oben zu finden: Teile der sogenannten Portugiesischen Galeeren

Die absolute Sehenswürdigkeit der GOR ist die Twelve Apostles genannte Kalksteinformation, 60 Meter hohe Felsen, die nach dem Uluru das meistfotografierte Naturmotiv Australiens sein sollen.
Den schönen Namen tragen sie übrigens erst seit etwa den 50er Jahren, vorher nannte man diese Formation ganz profan Sau und Schweinchen.

Zwölf waren die Apostel noch nie, sondern immer nur neun, bis 2005 einer davon zusammenstürzte.

Diese Felssäulen entstanden durch die Erosionskraft des Meeres, die dafür sorgt, dass jedes Jahr die Steilküste um etwa zwei Zentimeter zurückweicht.

The Arch

Härtere oder widerstandsfähigere Teilstücke bilden zunächst so etwas wie Halbinseln, werden dann weiter ausgewaschen und unterspült, so dass eine Art von natürlichen Brücken entsteht. Diese brechen mit der Zeit auch ein – wie die sogenannte London Bridge 1990.

Ein langer Tag mit unglaublich viel Fahrerei, ständigem Aussteigen, irgendwo Hinlatschen, das dann ansehen und wieder zurück zum Auto – ich habe hier im Post nicht mal von allen bisherigen Stationen ein Bild mit reingenommen.
Da der nette Mann im Melbourne Autoverleih uns so von Port Fairy vorgeschwärmt hat, sollten nochmal etwa genauso viele Kilometer dazukommen wie wir bis dato schon hatten.
Dazu ein etwa dreistündiger Rückweg! Und dass sich das überhaupt nicht lohnen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt hier noch nicht einmal:

Bei Nieselregen und 14 Grad oder Black Flies und 44 Grad – ein Picknick im Auto ist manchmal nicht zu unterschätzen!