4:15!!

Da ging unser Wecker.
Um 4:50 waren wir im “Didi”.
Um 5:20 auf der Zhapu Lu Brücke.
Kommt euch bekannt vor?
Mir auch.

Um 5: 29 habe ich mein erstes Foto gemacht, während Martin direkt von der Brücke aus mit der Drohne gestartet ist.
Nein, ich bin nicht verwirrt.
Wir sind heute tatsächlich noch einmal hin, weil Martin zum einen auf schöne Wolken am Himmel hoffte. Das war jetzt auch wieder nichts – aber schaut mal die tolle Spiegelung auf meinem Bild an und vergleicht mit dem vom Montag.…!
Viel weniger Wind heute.
Zum anderen wollte er noch Aufnahmen von der anderen Seite machen…

…und ich wollte diesmal früher zum Bund vorausgehen, um vom bunten Treiben dort drüben hoffentlich ein paar schöne Bilder machen zu können. Am Montag waren wir dafür nämlich eigentlich schon zu spät gewesen.
Vor allem die Tai Chi-Praktizierenden am Denkmal hatte ich mir vorgenommen!

Um 5:49 war ich schon bei der menschenleeren Garden Bridge vorbei und gleich drüben am Denkmal der Revolutionshelden. Dort habe ich ein bisschen den “Krabblern” zugeschaut, die auf Händen (mit Arbeitshandschuhen und Flipflops geschützt) und Füßen mit durchgestreckten Gliedmaßen und rundem Buckel die Schräge zum Denkmalgrund hinab- und hinaufkrabbeln.
Habe mich aber nicht getraut die richtig zu fotografieren.
Eine der Damen, die ich darüber befragt habe, meinte das sei so gut für den Rücken.
Hm. Es sieht halt einfach saublöd aus.
Ja, probiert das ruhig mal, ich hab’s gerade auch getan, habe aber leider keine Schräge, glaube, da ginge es besser.

Schon vor dort Oben habe ich weit weit hinten einen riesig langen Drachen gesehen, dort wollte ich hin, und dort habe ich auch Martin wieder getroffen.
Und wie es so ist, man bleibt stehen, man fotografiert und schaut ein bisschen, schon ist man im Gespräch, und bis ich mich versehen hatte, schwupps, war die Seilwinde in meiner Hand…!

Zuvor hatte ich schon erfahren, dass die Schnur 1000 Meter (! jawohl, kein Tippfehler!) lang ist, und dass der Herr den Drachen extra für den Nationalfeiertag innerhalb von drei Tagen selbst gebaut hatte. Ich glaube, den Respekt vor dem Ganzen sieht man mir hier auf dem Bild auch an!

Solche Szenen laufen hier niemals unbemerkt ab; dass da eine Ausländerin mit einem der Platzhirschen (Die Drachenflieger sind alles solche älteren Herren, aber unserer war definitiv der modischste und sein Drachen der imposanteste!) plaudert und dann von diesem gleich eine “Schulung” bekommt – das ist natürlich ein absoluter Hingucker!
Der Herr links hat sich auch gleich am Gespräch beteiligt, und wurde dann zum Festhalten des denkwürdigen Erlebnisses mit dem Handy des “Drachmenmannes” verpflichtet.

Martin und der zwangsverpflichtete Passant waren bei Weitem nicht die einzigen, die hier fotografiert haben. Ich sag mal so, meine Präsenz heute in den WeChat Moments war heute sicher groß….

Ich habe weiter erfahren, dass der Herr Xu Chang Ming heißt, was ich mir sicherheitshalber in mein Handy schreiben ließ, denn für jedes dieser Zeichen gibt es ja mehrfache Schreibweisen…

Ferner, dass er jeden Tag ab Fünf Uhr hier sei, meistens so bis halb Acht; er hat mir begeistert von der Weltausstellung erzählt, da habe er ja übrigens auch Drachen geflogen, und dass er die Merkel so toll findet.
Nebenbei hat er hier und da weitere Schwätzchen gehalten mit Fremden und Bekannten, der war so richtig in seinem Element.

Martin musste dann schlussendlich auch noch ran, obwohl er versucht hat sich mit dem Fotografieren herauszureden!

Kurz nach Sieben wurde der Drache dann eingeholt und mit dem “harten Kern” gab es noch ein Gruppenfoto. Meister Xu ist schon der coolste der Truppe mit seinem Outfit und den roten Brillengläsern.
Aber dafür hat einer seiner Freunde einen farblich auf die Kleidung abgestimmten Discman…!

Als wir eine Dreiviertelstunde später nach unserem Kaffee beim Starbucks unterhalb der Bundpromenade – schon wieder ein Déjà-vu!! – zur Kreuzung gegangen sind, haben wir Meister Xu noch einmal getroffen und er hat uns ein weiteres Mal begeistert High Five gegeben.
So ein schöner Morgen.
Auch ohne Tai Chi.